• BoB

Leben ohne Tutorial: Deathmatch, Fortnitetänze und anderen Multiplayergeschichten



Es gibt wenig, dass ein Herz mehr erfreut, als seine Freunde mit einer beherzten Granate ins Jenseits zu befördern. Gerne auch drängt man sie von der Straße ab und beobachtet voller Freude, wie ihre Fortbewegungsmittel sich in Staub und Rauch auflösen. Oder man schleicht sich von hinten an und treibt ihnen das spitze Messerchen zwischen die Rippen.

Was in der Realität für eine schnelle Reduzierung der Freunde in unserem Leben sorgen würde, steht im Bereich Videospiele einen Verkaufsgrund dar. Eines der ersten und erfolgreichsten Spiele für den Atari 2500 war nicht umsonst das Zwei-Spieler-Erlebnis "Combat". Neben Pong war Combat damals eines der beliebtesten Multiplayer-Spiele. Die Idee war simpel: zwei Panzer beharken sich auf einem bildschirmgroßen Schlachtfeld. Quasi World of Tanks für Steinzeitmenschen.

Der Vorteil dieser Art Software ist ziemlich klar: man brauchte sich keine Gedanken um den Einzelspieler zu machen. Das Spiel kostete somit wenig und dauerte nicht lange in der Programmierung. Im Gegensatz zu heute war es üblich reine Multiplayer-Titel auf den Markt zu bringen, ohne befürchten zu müssen am nächsten Baum aufgeknüpft zu werden. Die Spiele waren selbsterklärend, leicht zu erlernen und der Schwierigkeitsgrad abhängig von den Mitspielenden.


Endlich spielen zu zweit!


Die Neunziger waren geprägt vom Splitscreen. Jedenfalls auf den Konsolen. Das gemeinsame Spiel wird somit zum Teil der Spielerfahrung. Im Falle eines Mario Kart, Golden Eye oder Halo ist die Multiplayer-Erfahrung so eng mit der Erinnerung an das Spiel verbunden, dass sich automatisch die wohlige Nostalgie aufbaut. Das gemeinsame Sitzen vor dem Fernseher zusammen mit Freunden stellt einen wichtigen Aspekt der Gesamterfahrung dar.

Ein gut gemachter Multiplayer verlängert die Lebenszeit eines Produkts immens. Diese Verknüpfung von sozialer Interaktion im Kontext des Spiels sorgt z.B. bei einem World of Warcraft für den Sucht- aber auch den Nostalgie-Faktor. (War Warcraft doch für manche nur ein sehr hardwarelastiges Chatprogramm.) Unser innerster Kern sehnt sich nach einer Gruppe. Ich spreche hier von unserer Veranlagung als Spezies, derowegen unser Gehirn dazu tendiert, positive soziale Interaktionen besonders prägnant abzuspeichern.

Selbst wenn wir, und Ich spreche aus Erfahrung, uns als einzelgängerisch betrachten, können wir uns nicht dem positiven Betrachten der gemeinsamen Aktivität entziehen. Dies ist im Übrigen auch der Grund, für das leicht unbestimmte Gefühl in Bezug auf PokemonGo. Egal wie geartet wir sind, das Gefühl dass viele dasselbe tun und genießen ist im Kern ein Gutes. Für jemanden, der Menschen eher meidet ist dies zuerst ein fremdes Gefühl, bei genauerer Selbstbetrachtung aber, stellt man fest, dass man sich nicht bedroht oder in anderer Art negativ beeinflusst fühlt.


World of Warcraft bot durch den Chat schon immer eine Austauschmöglichkeit. Durch die Charaktere und die Quest baute sich außerdem eine Geschichte im Mutliplayer auf, die gemeinsam erlebbar war.

Warum lieben wir den Wettbewerb?


Das gemeinsame Spielen bietet aber auch die Chance auf den Austausch mit Gleichgesinnten. Grade wenn man gemeinsam ein Spiel erlebt, kann man mit den anderen Spielenden themenbezogen reden und seine eigenen Ideen mit einbringen, um am Ende vielleicht sogar einen anderen Blickpunkt in die eigene Meinung einfließen zu lassen. Multiplayer hilft uns also manchmal aus unserer eigenen kleinen Blase und gibt uns neue Denkansätze.

Besonders interessant ist der kompetitive Gedanke. Dieser rührt nicht etwa von Hormonen oder ähnlichen Auslösern her, die dafür sorgen dass wir uns nach einem Erfolg gut fühlen, sondern erfüllt auch einen psychologischen Zweck. Es legitimiert unseren Stand innerhalb einer Gemeinschaft. Jedenfalls für uns selbst, auch wenn wir sagen" Wir spielen aus Spaß" so stimmt dies nur oberflächlich. Wie wir bereits vor einigen Wochen in" New Game Plus" lesen konnten, ist der Drang nach sogenannten 'sozialen Kämpfen' und dem spielerischen Gegeneinander antreten schon seit den frühen Anfängen unserer Gesellschaft verwurzelt.

Für andere bietet das Multiplayererlebnis auch eine Möglichkeit zur Selbstbestätigung. Am Tag müssen wir vielleicht zurückstecken und uns gegebenenfalls unterordnen, im Spiel jedoch lassen wir krachend einen Titanen runterkommen um diesen dann zu bemannen und das gegnerische Team im Alleingang zu dezimieren. Oder wir sind der stärkste Tank auf dem Server, dessen Name in Ehrfurcht geflüstert wird. Wir sind wer, vielleicht mehr als uns das Leben sein lässt. Wir führen Gilden, heilen Team Mitglieder oder vernichten, was sich uns in den Weg stellt.

Mehr als nur Spielen zu zweit

Interessanterweise bietet der Bereich Multiplayer innerhalb der letzten 10 Jahren große Veränderungen was Qualität und Spielerlebnis angeht. Die Änderungen sind hier weitaus stärker und augenfälliger, als die beim Singleplayererlebnis. Nicht zuletzt durch E-Sport und legitime Tuniere ist ein Multiplayer zwangsweise erwachsener geworden. Präsentierbar, könnte man sagen. Und wichtiger, wenn man die Medienberichterstattung außerhalb der Videospielgemeinschaft betrachtet.

Natürlich ist es schwerer eine fesselnde Geschichte zu erzählen, als ein COD-Deathmatch zu gestalten ABER Spiele wie Left 4 Dead und jüngst Overwatch zeigen, dass man durchaus eine Geschichte im Multiplayer einbauen kann. Diese ist zwar etwas versteckt, aber stellt sich bei näherer Betrachtung als interessant heraus. Wen es interessiert, sollte sich mal über die "Midnight Riders" und "Carrier" in Left 4 Dead informieren.

Außerdem bietet auch Final Fantasy IVX, Warframe und Fortnite teilweise revolutionäre Ansätze bezüglich Multiplayer-Storytelling. Gerade Final Fantasy 14 begeistert mit einer dynamischen und einzigartigen Erzählstruktur. Warframe expandiert seit Jahren sein Universum mit immer neuen Geschichen und Mechaniken. Und Fortnite belebt seine Communiy hingegen mit Levelevolution, Mega-Events, welche weitreichende Folgen mit spektakulären Präsentationen vereinen.


Auch Warframe liefert den Spielenden eine Vielzahl an Inhalten und Geschichten im Multiplayer.


Das gibt einigen Spielen im Ansatz schon eine Verknüpfung von Single und Multiplayer, die über das normales kooperative Gameplay hinausgeht. Natürlich erzählen MMOs heute schon Geschichten oder manche Koop-Titel. Ich meine aber reine kompetitive Spiele, die Story ganz verstohlen in ihr Erlebnis integrieren.

Außerdem, stellt man nach einer Runde Call of Duty fest, dass die eigene Mutter es mit Moral nicht so eng sieht, wie man vielleicht denkt. Bedenkt man wie viele 13-jährige schon nach eigener Aussage mit ihr Geschlechtsverkehr hatten. Und das ist ja auch eine wertvolle Erkenntnis für' s Leben.

Der Kommentarbereich! Hier könnte ihre Werbung stehen! Oder ihre unterhaltsamen Multiplayer -Geschichten.

  • Instagram - Weiß Kreis

© 2023 by TheHours. Proudly created with Wix.com

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now