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Casters Choice – Let's Play History: Die Geschichte mit den Videospielen


Videospiele und Geschichte. Nicht nur ein Thema, dass dieses Jahr in vielen Beiträgen, Reviews und Projekten aufgetaucht ist, sondern ein Thema, dass schon sehr früh Teil der Videospiel- und Popkultur geworden ist. 

Von Spielen im Mittelalter-Setting oder Fantasy-Rollenspielen bis hin zu Shooter mit verschiedensten Kriegsszenarien, sind historische Inhalte, auch Inhalte, die sich in Videospielen wiederfinden. 

Mit Jan Heinemann von Let's Play History spreche in einer Folge Casters Choice darüber, welche Inhalte von Videospielen für die Geschichtswissenschaft interessant sind und welche Themen momentan diskutiert werden.

Dabei geht es um Geschichtsbilder, Authentizität und eine Reihe von Spielen mit historischen Inhalten.


Was sind eigentlich Geschichtsbilder?

Obwohl der Begriff immer wieder in vielen Gesprächen, in Literatur und in aktuellen Diskursen aufkommt, ist der Begriff “Geschichtsbild” sehr ungenau. Es gibt keine festgelegten Bilder, die jeder Mensch abrufen kann und daher gibt es auch zumindest als Konsens keine feste Definition von Geschichtsbildern. Was ist aber nun gemeint, wenn der Begriff immer wieder genannt wird?

Gemeint sein kann zum Beispiel das individuelle Bild auf die Geschichte, dass durch verschiedene Perspektiven auf Geschichte geprägt wird. Das kann durch Vorwissen passieren, eigene Weltanschauung und die Rezeption des aktuellen Geschehens, aber auch durch Interpretationen von vergangenen Ereignissen, die an eine Person herangetragen werden.


Ein Beispiel für die Prägung von Geschichtsbildern kann zum Beispiel die gesellschaftliche Verbreitung von Vorstellungen über historische Ereignisse und Sachverhalte, Sinnzusammenhänge oder historische Epochen sein. Für die meisten Laien spielt es dabei meist keine Rolle, ob das verbreitete Bild auch das ist, was historisch durch Quellen belegbar oder zumindest zum Teil nachweisbar ist.

Transportiert werden diese Vorstellungen meist über sogenannte Erinnerungskultur, die wiederum je nach Land oder Kultur anders aussehen kann. Entscheidend ist jedoch, dass mittlerweile Geschichtsbilder eben auch über Medienformate verschiedenster Art mittransportiert werden und dass daher Videospiele umso mehr in den Fokus der Geschichtswissenschaftler rücken.


Allgemein lässt sich sagen, dass die Bilder Menschen helfen können, sich in alltäglichen Auseinandersetzungen mit Geschichte zu orientieren. Nicht alle Geschichtsbilder sind jedoch unproblematisch. 

Wenn man sich daher mit entsprechenden Medien auseinandersetzt oder sie konsumiert, sollte man zunächst reflektieren, welche Darstellung gewählt wird und wieso.

Zusammenfassend lässt sich über Geschichtsbilder sagen, dass sie sehr individuell oder von vielen geteilt werden können, je nachdem wie die persönlichen Erfahrungen und der eigene Bezug zu Geschichte in dem Fall aussieht.


Problematisch: Wie war es denn jetzt wirklich?

Als ein weiteres Thema soll es in unserer Folge um die historische Authentizität gehen und um die sogenannte gefühlte Authentizität. Denn Geschichtsbilder beginnen bei uns meistens erst, wenn wir die Quellen und Medienformen interpretieren und sie für uns in einen Kontext setzen. Immer, wenn historische Inhalte dargestellt werden, egal ob schriftlich, audio-visuell oder bildlich, spielt dabei mit hinein, welche Person die Darstellung produziert oder festgehalten hat, welche Ansichten diese Person hat und welche Schwerpunkte bei der Darstellung gesetzt werden. Je nachdem wie viele verschiedene Quellen dann aus einer Zeit vorliegen, ist es selbst für Historiker schwer einzuschätzen, welche Inhalte als “Fakten” zu beurteilen sind und welche einfach nur als eine Darstellung gewertet werden müssen.

Unter anderen aus diesen Problemen ergibt es sich, dass der Begriff historische Authentizität in der Geschichtswissenschaft mit Vorsicht genossen wird.


Etwas, mit dem man im Alltag viel öfter in Kontakt kommt ist hingegen die gefühlte Authentizität. Sie ist wiederum durch die Geschichtsbilder geprägt, die wir im Laufe unserer Sozialisation aufnehmen. Dann reicht manchmal schon eine bestimmte Melodie oder ein bestimmtes Setting, damit sich etwas für uns “historisch” anfühlt. Die Darstellung muss dabei nichts mit der damaligen Wirklichkeit zu tun haben, es muss sich für den Rezipienten nur so anfühlen, als könne es aus einer bestimmten Zeit stammen.

Gefühlte historische Authentizität entsteht also auch dann beispielsweise bei den Spielenden, wenn die Darstellungen im Spiel bewusst auf bereits bestehende Geschichtsbilder abzielen.


Mehr zu Geschichtsbilder, der historischen Authentizität und Geschichte und Videospielen könnt ihr im Podcast Let's Talk History Games hören, oder in unserer neuen Folge Casters Choice: