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Was macht eigentlich die Bundeswehr auf der Gamescom?

Aktualisiert: 28. Aug 2019



Die Bundeswehr hat seit mehreren Jahren einen Stand auf der Gamescom. Obwohl die meisten Jahre ohne weiteres Aufsehen erfolgten, berichtete die Presse im letzten Jahr massiv über den Stand der Bundeswehr. Genauer gesagt, war die verwendete Werbung in die Kritik geraten. Nachdem dieser Vorfall größtenteils aus den Medien verschwunden ist, haben wir uns dieses Jahr angeschaut, wie sich die Bundeswehr jetzt auf der Gamescom präsentiert und was sie als Aussteller auf der Messe interessiert.



RagingTeaParty: Ihr seid mit der Bundeswehr dieses Jahr wieder auf der Gamescom vertreten. Was ist eure Zielgruppe und welche Leute möchtet ihr als Aussteller ansprechen?

Hauptmann Feldhoff: Wir haben einerseits die Zielgruppe der Nachwuchsgewinnung. Da wären wir im Bereich von 19-25 Jahren. Ob Männlein, Weiblein oder divers, das ist uns zunächst erstmal egal. Wenn wir vom Bereich der Öffentlichkeitsarbeit reden, für den wir ja auch stehen, haben wir allerdings keine spezifische Zielgruppe. In diesem Fall machen wir das für jeden, der hier auf der Messe Interesse daran hat, sich mit uns zu unterhalten. Die Besucher sind herzlich dazu eingeladen sich mit uns auszutauschen.


RagingTeaParty: Welche Fragen werden euch dabei hier im Laufe des Tages gestellt?


Hauptmann Feldhoff: Sowas wie “Was macht ein Soldat heut zu tage? Manche Besucher, die uns ansprechen waren früher selbst bei der Bundeswehr und tauschen sich dann mit den Soldaten vor Ort aus. Da kommen auch alltägliche Fragen und Nachfragen zu Ereignissen in der Nähe der Personen, die sich auf die Bundeswehr beziehen.  Manchmal bekommen wir auch Nachfragen dazu, was in den Nachrichten berichtet wird.


RagingTeaParty: Die Zielgruppe ist laut eurer Aussage eher bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Habt ihr auch Besucher aus anderen Altersgruppen?


Hauptmann Feldhoff: Wir werden hier von Menschen angesprochen, die einen Querschnitt durch die Gesellschaft darstellen. Wir haben junge Familien mit ihren Kindern, die sich den Stand anschauen oder auch Menschen mit höherer Lebenserfahrung. Die Themen sind deshalb aber trotzdem dieselben. Das reicht von “Wie ist dein Dienstgrad” zu “Gibt es die Kaserne in der ich war noch?” Da haben wir eher allgemeine Themen. 


RagingTeaParty: Was kann man an eurem Stand auf der Gamescom machen?


Hauptmann Feldhoff: Wir haben hier vier Stationen aufgebaut. Bei der ersten geht es um VR-Technik. Wir haben versucht unsere Ausbildung etwas zu digitalisieren. Ursprünglich mussten die Fluggerätemechaniker selbst an echte Fluggeräte gebracht werden während der Ausbildung. Das war kostenspielig, da die Instandhaltung sehr aufwendig ist, grade wenn die Maschinen nicht aktiv benutzt werden. Damit trotzdem Übungen erfolgen können, haben wir also versucht den Eurofighter zu digitalisieren. Jetzt können junge Fluggerätmechaniker direkt mit einer VR-Brille an den Eurofighter ran und üben. Die gesamte Version ist dann digital. Daneben ist die zweite Station aufgebaut, das ist unsere PC-Station. Da ist ein Bereich, in dem Hack-Training erfolgen kann. 


RagingTeaParty: Dass heißt, ihr sucht hier auch gezielt nach Leuten, die technikaffin sind und Erfahrungen im Bereich Programmieren mitbringen?


Hauptmann Feldhoff: Ja, wir sind natürlich an Menschen interessiert, die eine besondere Affinität zum Technikbereich und IT haben. Vorteilhaft ist es, wenn man im Umgang mit Computern bereits geübt ist, das ist für diese Berufsgruppe eine wichtige Voraussetzung.


RagingTeaParty: Was bietet euer Stand darüber hinaus?


Hauptmann Feldhoff: Wie jedes Jahr gibt es bei uns hier noch die Interaktionswand. Die hat mit dem restlichen Konzept weniger zutun und ist auch nicht auf den Schwerpunkt IT abgestimmt. Die Wand hat eher einen Retro-Charakter. Sie ist seit mehreren Jahren dabei und es gibt eine Gruppe von Spielern und Spielerinnen, die sich hier verabreden um den Highscore immer wieder zu knacken.

Neu dabei ist aber unser Quiz als Abwandlung von “Wer wird Millionär?”: “Wer wird General?”. Es funktioniert ähnlich und man steigt bei richtigen Fragen im Dienstgrad auf. Die Fragen kommen aus dem Bereich Politik, aber es gibt auch Fragen direkt zur Gamescom oder Fragen zur Bundeswehr.



Wir besuchen die Gamescom an ihrem Stand auf der Gamescom. Hier versuchen zwei Spieler den Highscore an der Interaktionswand zu brechen.


RagingTeaParty: Abschließend noch eine Frage zum letzten Jahr: dort wurden eure Slogans während der letzten Ausstellung in der Presse stark kritisiert. Ihr bringt mit eurem Stand immer eine die Berufsrealität der Soldaten- das ist in letzter Konsequenz die Erfahrung mit Krieg- in Verbindung mit Elementen von Spielen. Außerdem bewegt ihr euch hier in einem Milieu von jungen Erwachsenen, die auf Spiele eingestellt sind. Wie geht ihr damit um, wenn diesbezüglich nachgehakt wird oder das Konzept kritisiert wird?


Hauptmann Feldhoff: Zunächst ist Kritik immer etwas Gutes. Denn ansonsten kann man nur schwer in den Dialog gehen. Ansonsten ist es für uns bezeichnend, wenn wir auf letztes Jahr angesprochen werden, da sich für uns zeigt das Leute nach einer Möglichkeit suchen, uns weiter zu kritisieren. Das scheint der Presse in diesem Jahr jedoch schwerer zu fallen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir jetzt im Bereich “Jobs & Karriere” sind, das ist auch in Absprache mit der Messe selbst geschehen.  Das heißt. wir haben überlegt, wie können wir uns besser Positionieren?  


Die Halle wurde umstrukturiert und unser ursprünglicher Werbeparnter ist zwar auch wieder hier, aber eine Halle unter uns.  Wir haben uns hier im Bereich Jobs und Karriere jedoch besser aufgehoben gefühlt, da sich für uns daraus ein klares Statement ergibt. Der Bereich wächst auch jedes Jahr und ist bewusst so organisiert, dass wir nicht mehr bei den Spielen ausstellen.


RagingTeaParty: Das heißt, ihr habt die Reaktion aus dem letzten Jahr wahrgenommen und entsprechen versucht deutlicher zu machen, was eure Absichten als Aussteller auf der Gamescom sind.


Hauptmann Feldhoff: Ich möchte hier noch ergänzen, wir orientieren uns nicht am Shitstorm selbst. Viele Medienvertreter haben sich da bei uns auch entschuldigt im Nachhinein, da die Berichterstattung um die Werbung extrem hochstilisiert wurde. Natürlich war es richtig sich mit den Slogans kritisch auseinander zu setzen, aber in der Art und Weise wie das aufgebauscht wurde, war übertrieben und viele Medien waren im Nachhinein darüber eher peinlich berührt. Nach der Messe wurde das Thema jedoch geklärt.


Dennoch haben wir dadurch gemerkt, dass wir uns noch klarer Positionieren müssen und transparenter machen müssen, was wir als Bundeswehr auf der Gamescom für ein Ziel verfolgen. Und im Bereich Jobs und Karriere wissen die Besucher genau, warum die Aussteller hier Stände aufgebaut haben. 


RagingTeaParty: Vielen Dank für eure Zeit und bis zum nächsten Mal!